Dr. Flodders Methodenkiste - Fishbowl

Der Fishbowl ist eine besondere Form der Diskussion für große Gruppen. Sie funktioniert ohne Moderator und ermöglicht konstruktive Diskussionen mit bis zu 200 Teilnehmern.

Beim Fishbowl unterscheidet man einen Innenkreis, den eigentlichen Fishbowl (oder Goldfischglas) in dem die Diskussion geführt wird und einen Außenkreis, von dem aus die Diskussion beobachtet werden kann. Im Außenkreis steht für jeden Teilnehmer ein Stuhl zur Verfügung. Der Innenkreis besteht aus fünf bis sechs weiteren Stühlen. Wer etwas zur Diskussion beitragen möchte, setzt sich auf einen der Stühle im Innenkreis und tauscht sich mit den anderen Teilnehmern, die sich im Innenkreis versammelt haben, aus. Wichtig ist hierbei, dass lediglich im Innenkreis gesprochen wird und die Teilnehmer im Außenkreis der Diskussion still folgen. Jeder Teilnehmer entscheidet selbst, ob, wann und wie lange er sich im Innenkreis beteiligen möchte.

 

Was passiert, wenn ein weiterer Teilnehmer sich beteiligen möchte, im Innenkreis aber kein Stuhl frei ist? Der Teilnehmer stellt sich hinter einen Teilnehmer, auf dessen Stuhl er gerne sitzen möchte. Dieser darf seinen Beitrag noch beenden und kehrt dann in den Außenkreis zurück. Er kann den Innenkreis natürlich jederzeit wieder betreten.

 

Variante: Im Innenkreis muss immer ein Stuhl frei sein, um neuen Diskussionsteilnehmern Platz zu bieten. Sobald der letzte Stuhl besetzt wird, muss also einer der bisherigen Diskutanten seinen Platz verlassen und in den Außenkreis zurückkehren. Dies geschieht auf freiwilliger Basis. Für diese Variante wird im Innenkreis ein Stuhl mehr zur Verfügung gestellt.

 

Die Variante ist weniger konfrontativ, da niemand aus dem Innenkreis „geschickt“ werden kann. Allerdings klappt sie nicht immer reibungslos und die Gruppe hat nicht die Möglichkeit, Teilnehmer, die die Diskussion nicht voranbringen (vorübergehend) aus dem Innenkreis zu verbannen.

 

Geeignet für:

Gruppen, die Diskussionsbedarf haben und Argumente austauschen wollen.

Pluspunkte: Es wird kein Moderator benötigt und alle Teilnehmer können sich an der Diskussion beteiligen. Es kommt zu einem echten Austausch von Argumenten. Oft konzentrieren sich die Diskussionen auf wesentliche und gewichtige Punkte, und es ist ein tolles Erlebnis für die Gruppe, dass eine Diskussion auch ohne ordnenden Moderator gelingt.
Stolperfallen:

Im Innenkreis dürfen nur so viele Stühle zur Verfügung stehen, dass hier eine Diskussion ohne Moderator möglich ist. Gelingt es den Teilnehmern nicht, im Außenkreis still zuzuhören, funktioniert die Methode nur eingeschränkt. Details und weniger wichtige Punkte gehen gelegentlich unter, da die Teilnehmer den Innenkreis in der Regel nur für Ihnen gewichtig erscheinende Argumente aufsuchen.

Teilnehmerzahl:

ca. 20 bis 200 Teilnehmer

Dauer:

je nach Diskussionsthema. Es sollten jedoch mindestens 60 Minuten zur Verfügung stehen. Bei Diskussionen von mehr als 90 Minuten sollten Pausen gemacht werden.

Benötigtes Material:

ausreichend Stühle